Aug 16, 2016

# black lives matter # Deutsch

IJAN unterstützt Black Lives Matter



Von International Jewish Anti-Zionist Network, 14. August 2016. Deutsche Übersetzung von Milena Rampoldi, ProMosaik. 
Das internationale, jüdische, antizionistische Netzwerk International Jewish Anti-Zionist Network (IJAN) unterstützt unmissverständlich die gesamte politische Plattform der Bewegung von Black Lives und verurteilt scharf die zionistische Gegenbewegung, die sich der  Bewegung Black Lives widersetzt.
Das internationale, jüdische, antizionistische Netzwerk International Jewish anti-Zionist Network begrüßt nachdrücklich die gesamte Plattform der Bewegung Black Lives (M4BL). Wir schließen uns auch der Unterstützung der Bewegung für den palästinensischen Kampf und den Bemühungen der BDS-Bewegung gegen Israel an.
In den USA und auf internationaler Ebene galt der Rassismus schon immer als  Mittelpunkt der Funktionsweise der Macht und des Kapitals. Sei es der antirassistische Kampf der Palästinenser gegen den Zionismus als auch der antirassistische Kampf der Schwarzen gegen die weiße Vorherrschaft sind ausschlaggebend für die Bemühungen der Völker zwecks Aufbaus einer gerechteren Welt. Aus diesem Grunde gilt die Black Power Bewegung der Vergangenheit und auch der Gegenwart als einer der Hauptbezugspunkte in allen Kämpfen um die Gerechtigkeit. Seit den 1960er Jahren gibt es eine jüdische Tradition der Unterstützung der schwarzen Befreiungsbewegung. Die Juden nahmen an den  Freedom Rides und an deren Bemühungen für die Befreiung der Südstaaten teil. Ende der 1960er kam jene politische und finanzielle Unterstützung jedoch abhanden, da die Black Power Bewegung sich immer offensichtlicher dem Antizionismus anschloss. Die meisten finanziellen Unterstützungen der jüdischen Spender für die Revolutionäre des gewaltfreien Koordinierungskomitees der Studenten wurden zurückgezogen, als das SNCC anfing, sich für die Befreiung nicht nur der Schwarzen, sondern auch der Palästinenser stark zu machen.

Nun finden sich in der Antwort auf die Erklärung gewisse Elemente der selbsternannten Führung des US-Judentums, die den antirassistischen Kampf der Schwarzen ablehnt, weil die Schwarzen Palästina unterstützen.  

Die Jewish Community Relations Council (JCRC) antwortete mit harten Worten auf die Stellungnahme und sprach von „Kooptierung“ und Manipulation einer Bewegung,  um die ethnischen Diskriminierungen im Bereich der Strafjustiz anzugehen.“ Erstens legt die JCRC die Bewegung falsch aus. Die M4BL-Plattform spricht von einer „kollektiven Befreiung“ und verurteilt „Patriarchalismus, ausbeutenden Kapitalismus, Militarismus und weiße Vorherrschaft“ in Einem.

Die JCRC wirft der M4BL-Bewegung Manipulation vor. Aber sie schließt die Augen vor den selbstdefinierten Zielsetzungen der schwarzen Befreiungsbewegung. Sie klammert die lange Geschichte des schwarzen Internationalismus und der Unterstützung des Kampfes für die Befreiung Palästinas, inklusive der Black Panthers, vollständig aus. Sie klammert auch die Geschichte der palästinensischen Unterstützung für die Befreiungsbewegung der Dritten Welt aus, und so auch die langlebige Solidarität unter den Bewegungen gegen die südafrikanische und die israelische Apartheid. Wer manipuliert hier wen?

Auf dieser Grundlage behauptet die JCRC Folgendes: „Wir können und werden uns nicht mit Organisationen verbünden, die fälschlicherweise und bösartig behaupten, Israel begehe einen Völkermord.“ Und sie fährt fort: „Wir nehmen Abstand von der Plattform von Black Lives Matter und von jenen BLM-Organisationen, die sich mit ihr verbunden fühlen. Wir bemühen uns unmissverständlich um die Gerechtigkeit für alle Amerikaner.“ Mit diesen Worten distanziert sich die Ratsversammlung von der Mehrheit der schwarzen Befreiungsbewegung. Auf ihrer Webseite behauptet die  JCRC, dass ihre „Zielsetzung darin bestehe, die Werte, Interessen und Prioritäten der organisierten jüdischen Gemeinde von Greater Boston zu definieren und vorwegzunehmen“. Es scheint, dass eine dieser Zielsetzungen darin besteht, den Zweck der schwarzen Bewegung in den USA zu definieren und einzuschränken. Des Weiteren bestreitet sie wie viele andere, die sich vor dem Ende der rassischen Ungleichheiten in den USA und auf globaler Ebene fürchten, die Besonderheit des Kampfes jener, die Tag für Tag aufgrund des Rassismus um ihre Leben und ihre Existenz kämpfen.

Wir weisen zurück, dass der JCRC versucht, unsere „Werte“ und unsere „Interessen“ zu definieren oder nahezulegen, dass die Juden kein Interesse an einem freien Palästina haben. Sie können unsere Geschichte einer revolutionären Organisation, eines Kampfes an der Seite der Unterdrückten zurückweisen. Aber wir tun dies nicht. Sie sprechen nicht in unserem Namen. Sie definieren auch nicht unsere Interessen. Denn unsere Interessen hängen mit den Befreiungskämpfen der Schwarzen, der Palästinenser und aller anderen unterdrückten Völker zusammen. Sie bestehen nicht darin, jenen Kämpfen Grenzen zu setzen.

Die JCRC-Stellungnahme, die vorher auch die arabischen Gemeindeorganisationen angegriff, ist somit keineswegs überraschend. Die Combined Jewish Philanthropies, die von Millionären oder Milliardären wie Sheldon Adelson und Seth Klarman gesponsert werden, ist eine der Hauptsponsoren der JCRC. Die Klarman Foundation investiert in Öl- und Rüstungsfirmen, die dauerhaft vom Nahostkrieg profitieren, zu dem Israel beiträgt. Daher gilt die Unterdrückung Palästinas zu einem der „Hauptinteressen“ der Klarman Foundation und ihrer Unterstützer, wie die JCRC.

Die Klarman Foundation unterstützt nicht nur die JCRC,  sondern auch die  “People-Centered Economic Development,” die das Ziel verfolgt, das Sozialhilfesystem zu zerstören, um es durch ein Privatbusiness zu ersetzen. Das ist ein rassistischer Plan, der die armen Gemeinden der Schwarzen unverhältnismäßig trifft. Und all das ist nur ein Teil eines ausgedehnteren Wirtschaftskrieges gegen die Schwarzen. 
Die Verbindung zwischen dem palästinensichen Kampf gegen das israelische Militär und den israelischen Staat und dem Kampf gegen den Rassismus gegen Schwarze oder andere Formen von Rassismus in den USA ist nicht nur eine solidarische Beziehung.
Lokale, staatliche und nationale Polizeikräfte und Überwachungsagenturen schließen Verträge mit dem israelischen Militär und den israelischen Sicherheits- und Rüstungsfirmen ab, um „antiterroristische“ Trainings (d.h. zur Unterdrückung der Bewegung) und Bevölkerungskontrolltrainings auszuführen. Die zionistischen Organisationen wie die Anti-Defamation League – die behaupten, jüdische Organisationen zu sein – laden die Polizeistreitkräfte nach Israel ein, um dort mit dem israelischen Militär zu trainieren. Israel und die USA kaufen und verkaufen Waffen und Sicherheitstechnologie, um die historischen und derzeitigen rassistischen Angriffe der Polizisten gegen Schwarze, Braune und palästinensische bzw. arabische Gemeinden in allen Ländern zu fördern.
Daher unterstützt das IJAN Palästina und die Araber, die schwarze Befreiungsbewegung, die Gerechtigkeit für Migranten, Ureinwohner und die Organisationen, die sich der Polizei und den willkürlichen Verhaftungen widersetzen und die Polizei- und paramilitärische Expo Urban Shield aus dem Gebiet von San Francisco Bay verbannen möchten. Wir haben auch an Kampagnen gegen den internationalen Konzern G4S teilgenommen, der sich auf Gefängnisindustrie und Sicherheitsdienste spezialisiert hat. Wir bemühen uns darum, diese Kooperationen zwischen der US- und der israelischen Regierung, den Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen in den USA und Israel aufzuzeigen und zu stoppen, die eine brutale Unterdrückung, einen langsamen Völkermord und eine ethnische Säuberung bezwecken. 
Wie Dream Defenders schreibt: „Da wir in den USA, im Herzen des Global Empires leben, tragen wir eine besondere Verantwortung für die globale Befreiung. Unsere Steuerdollars finanzieren die israelische Apartheid und einen Rüstungsindustriekomplex, der ganze Völker und Gemeinschaften weltweit zerstört“. Dem stimmen wir vollkommen zu. Wir vertreten voll und ganz den Kampf der Schwarzen um ihre Leben und um Gerechtigkeit und Freiheit.


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