Jun 25, 2016

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Die „Heuchelei“ der Außenpolitik: Kanada wird zum zweitgrößten Waffenexporteur in den Nahen Osten




Die Mitglieder des ersten Battalions des Royal 22e Regiments bereiten sich darauf vor, ihre leichten Panzerfahrzeuge auf das Schiff der französischen Martine Le Mistral zu laden. 

Von Kit O’Connell, MintPress, 24. Juni 2016, deutsche Übersetzung von Milena Rampoldi, ProMosaik. ‘[A]lle wissen von der Heuchelei im Herzen der US-Außenpolitik, aber nicht alle wissen dies, wenn es um Kanada geht“, so ein Friedensaktivist.

OTTAWA — Trotz seines Rufes als weniger militaristisch orientierter Nachbar der USA im Norden, steht Kanada gleich nach den USA an zweiter Stelle in der Welt, wenn es um Waffenexporte in den Nahen Osten geht.
Die Zunahme der Verkaufszahlen im Bereich der militärischen Ausstattung und den Waffen wurde von der IHS Jane im Jahresbericht „Global Defence Trade Report“, der am 13. Juni von IHS Inc., einer Denkfabrik für Unternehmensdatenanalyse, veröffentlicht wurde, dargelegt.
„Kanada ist der zweitgrößte Exporteur von Verteidigungsausstattungen in den Nahen Osten und erzielt in dieser Branche $2,7 Miliarden Umsatz. Kanada drängt sogar das Vereinigte Königreich an die 4. Stelle der Randordnung, direkt nach Frankreich“, berichtete die IHS in einer Pressemitteilung.
Andrew Smith der Campaign Against Arms Trade teilte am 16. Juni Sputnik News mit, dass der Bericht darauf hinweist, dass Kanada seinen gewaltfreien Ruf gar nicht verdient:
„Die kanadische Regierung wird als friedfertiger angesehen als die der USA. Kanada wird auch als liberaler betrachtet als die USA. Jedermann weiß, dass es eine gewisse Heuchelei im Herzen der US-Außenpolitik gibt, aber ich denke nicht, dass dies auch jedermann von Kanada weiß.“
Gegen die Einwände einiger Parlamentarier sind Waffen kanadischer Produktion in den Händen der von den Saudis angeführten Koalition gelandet, die einen brutalen Krieg im Jemen führt, der Tausenden von Zivilisten, vor allem Kindern, das Leben gekostet hat, und das andere Tausende von ihnen der Gefahr des Hungertods ausgesetzt hat.
Sehen Sie sich das Video von Hélène Laverdière mit dem Titel „NDP’s Hélène Laverdière on Canadian arms exports to Saudi Arabia“ an:


Dem IHS-Bericht zufolge werden Verteidigungsausstattungen weltweit verkauft. 2015 erzielte Kanada in dieser Branche einen Rekordumsatz in Höhe von $65 Miliarden. Der Großteil des Materials in Höhe von $21,6 Miliarden ging in den Nahen Osten.
„Der globale Verteidigungshandelsmarkt hat nie zuvor eine Zunahme wie die von 2014-2015 erfahren“, so Ben Moores, Senioranalyst bei der IHS in der Pressemitteilung seiner Gesellschaft.
Jane und IHS berichteten, dass Saudi Arabien der Hauptkäufer importierter Waffen und Ausrüstung war. Das Golfkönigreich hat 2015 $9,3 Miliarden Militärausstattung erhalten und im letzten Jahrzehnt $36 Miliarden Verteidigungsausstattungen erworben. In diesem Zeitraum gilt Saudi Arabien auch als der weltweit erste Waffenimporteur. In diesem Jahr wird erwartet, dass Saudi Arabien weitere $10 Miliarden Waffen importieren wird.
Die kanadischen Verkäufe von Waffen und militärischer Ausstattung erreichten unter dem konservativen Premierminister Stephen Harper neue Höhepunkte. Denn es war Harper, der verschiedene Geschäfte mit Saudi Arabien tätigte, worunter einen Verkauf von Panzerfahrzeugen in Höhe von $15 Miliarden, gegen den sich die meisten Kanadier auflehnten. Die Waffenexporte stiegen unter Harper um 89 Prozent, wie aus einer Analyse von iPolitics von Januar hervorgeht.
Obwohl er sich manchmal gegen den Krieg ausspricht, stieg Harpers Nachfolger, der liberale Premierminister Justin Trudeau, doch nicht von dem Geschäft mit den Panzerfahrzeugen aus.
Smith sprach mit Sputnik darüber, wie Saudi Arabien „eines der weltweit brutalsten, gewaltigsten und repressivsten Diktatoren sei“.
Er warnte auch davor, dass die kanadischen Waffenexporte nicht nur Geldsache wären und wies darauf hin, wie das Land dadurch die autoritären Herrscher der Golfmonarchie unterstützt.
„Kanada verkauft nicht nur Waffen an diese Länder. Es sendet auch eine Botschaft der politischen Unterstützung an sie“, meinte er.
Sehen Sie sich das Video von Motherboard mit dem Titel „The Canadian Business of War: CANSEC“ an:


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