Jul 18, 2014

Unser Projekt 21 - Ineke van der Valk (übersetzt von Dr. phil. Milena Rampoldi): Islamfeindlichkeit in den Niederlanden

Liebe Leserinnen und Leser,

hier ein erstes Projekt zum Thema Diskriminierung im Allgemeinen und Islamophobie in der Niederlanden im Besonderen.
Es ist für uns eine Ehre, diese Studie der niederländischen Expertin Ineke van der Valk vorzustellen, die wir ins Deutsche und Italienische übersetzt haben, weil wir einfach der Überzeugung sind, dass Studien über Diskriminierung in Europa übersetzt und verbreitet werden sollen, um gegen jegliche xenophobe und diskriminierende Haltung anzukämpfen, ob es nun Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie oder Misogynie ist.

Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften zum Thema.
Autobiographische Erfahrungen zum Thema sind auch erwünscht.

dankend
Die Redaktion von ProMosaik

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Dieses Werk der niederländischen Forscherin im Bereich der Sozialwissenschaften und Diskurs-studien Ineke van der Valk behandelt das Thema der Islamophobie bzw. Islamfeindlichkeit in den Nieder-landen. ProMosaik e.V. setzt sich für die interkulturelle und interreligiöse Kommunikation ein und widersetzt sich jeglicher Form von religiöser, kultureller und ethnischer Diskriminie-rung und so auch der Islamfeind-lichkeit, die auch in Deutschland ein wichtiges Thema in der Politik darstellt. ProMosaik denkt hier im Besonderen an den folgenden Wahlspruch von ProNRW für die Stadtratwahlen vom 25.05.2014, der wörtlich lautet: „Angstraum Stadt, wir haben‘s satt.“ Rechts neben dem Wahlspruch findet sich das Bild einer durchgestrichenen Moschee. Daher finden wir von ProMosaik e.V. gerade zwecks positiver Gestaltung unserer Gesellschaft nach den Prinzipien BUNT TOLERANT SOLIDARISCH INTERKULTURELL und INTER-RELIGIÖS das Buch von Ineke van der Valk so wichtig für unser sozio-politisches Handeln gegen den Rechtsradikalismus im Hier und Jetzt.   
Xenophobie und Islamophobie sind ein europäisches Phänomen und müssen als solches auch wahrgenommen und studiert werden. Daher plädiert auch die Autorin für die wesentliche Bedeutung von Texten über Islamophobie zwecks Bekämpfung der Intoleranz gegen den Islam.
In ihrer Einführung zu dieser deutschen Ausgabe des Werkes Islamofobie en Discriminatie schreibt Dr. Rampoldi: „Das Thema der Islamophobie ist aber für mich als Frau und als Muslimin nicht nur ein niederländisches oder europäisches Thema, sondern vielmehr ein Thema, das in den Bereich der universellen Menschenrechte fällt“. Denn die Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht.
Im ersten Kapitel definiert Ineke van der Valk den Begriff der Islamophobie im Rahmen ihres Diskurses über Rassismus, Stigmatisierung und Vorurteile. In diesem Zusammenhang finden wir vor allem den Begriff der Intersektionalität sehr bedeutend, den die Autorin wie folgt definiert: „eine Diskriminierung, die auf verschiedenen, miteinander verbundenen Gründen basiert“. Dieses Phänomen bezieht sich im Besonderen auf muslimische Frauen, bei denen verschiedene Motive zur Ablehnung und Stigmatisierung von Seiten der westlichen Gesellschaft führen. Zur Gefahr der Islamfeindlichkeit heute mitten in Europa schreibt Ineke van der Valk treffend:
Obwohl die islamfeindliche Rhetorik regelmäßig die Geschichte der Kreuzzüge, die türkischen Versuche, Europa zu erobern und den kolonialen Orientalismus beinhaltet, sollte die Islamophobie heutzutage vor allem als eine erst vor relativ kurzer Zeit aufkeimende Form des kulturell orientierten Rassismus betrachtet werden, der die eher biologisch orientierte Variante des Rassismus seit den achtziger Jahren überschattete.
Sie geht dann in den darauffolgenden Kapiteln auf die Islamophobie im Internet, die von politischen Parteien wie der PVV und den rechtsradikalen und rechtsextremen Gruppierungen verbreitet wird, auf die Gewalttaten gegen Moscheen, auf die legalen Proteste gegen Moscheen und fragt sich dann im abschließenden Kapitel, ob die Diskriminierung im Begriff ist, zuzunehmen. Die Autorin hebt auch hervor, wie gefährlich der virtuelle Raum Internet ist, weil gerade hier rechtsradikales Gedankengut verbreitet wird.  





Dr. Rampoldi schreibt hierzu:
Vor allem für Nicht-niederländische Leserinnen und Leser ist das Buch sehr nützlich, weil es erklärt, wie sich in einem so liberalen Land wie den Niederlanden durch die Herausbildung von Vorurteilen über den Islam und die Hetze durch den islamfeindlichen politischen Diskurs à la Wilders eine intolerante Kultur entwickelt hat, die das Ziel verfolgt, (ausländische) MitbürgerInnen mit islamischer Religionszugehörigkeit aus der Gesellschaft auszuschließen und zu stigmatisieren.
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Studien wie die von Ineke van der Valk  bedeutend dazu beitragen können, den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen in den Niederlanden und in der gesamten westlichen Welt neu anzubahnen, indem man vorab Islamophobie analysiert, kennenlernt, bespricht und sich dann dagegen wehrt. Die Bekämpfung von Islamophobie soll im Rahmen eines friedlichen Dialogs und durch rationalistischen und offenen Diskurs und Information erfolgen.“
  
Die Welt ist bunt.
Die Welt ist ein großes Mosaik voller Farben, das aus verschiedenen Steinchen zusammengesetzt ist, die durch interkulturelle und interreligiöse Brücken miteinander verbunden sind.

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